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Severe Illness: Programme, die tragen
Severe Illness ist ein Zugangsprodukt: Versichert wird die Behandlung schwerer Erkrankungen dort, wo die lokale Versorgung an ihre Grenzen kommt. Über Erfolg oder Scheitern entscheiden drei Säulen — Rückversicherer, Behandlungsnetzwerk und Berichtswesen. Diese Seite fasst zusammen, worauf es ankommt, und führt zu den Fachbeiträgen der Reihe.
Begriffsklärung
Severe Illness ist nicht Critical Illness
Severe Illness deckt die tatsächlichen Behandlungskosten definierter schwerer Erkrankungen — onkologische Erkrankungen, schwere kardiovaskuläre Ereignisse, komplexe Neurochirurgie, Transplantationen. Die Deckung ist auslöserbasiert, arbeitet mit hohen Limiten und ist regelmässig an ein Behandlungsnetzwerk gebunden. Systematisch ist sie Krankheitskostenversicherung.
Critical Illness zahlt bei Diagnose eine Kapitalleistung ohne Bezug zu den entstandenen Kosten und ist Summenversicherung. Die Unterscheidung ist keine Begriffsfrage: Sie bestimmt Sparte, Kalkulationslogik, steuerliche Behandlung, Rückversicherungsstruktur und Vertriebsweg. Wer beides vermischt, kalkuliert das falsche Produkt.
Der Wert eines Severe-Illness-Programms entsteht dort, wo lokal keine ausreichende Behandlungsfähigkeit besteht. Ohne vertraglich gebundene Zentren bleibt von der Deckung ein Zahlungsversprechen — das Netzwerk ist nicht Zusatzleistung, sondern das Produkt selbst.
Worauf ein Programm steht
Die drei Säulen
Rückversicherer
Mehr als Kapazität: Preismodell, Bedingungsdefinitionen, Antiselektionsrahmen und Schadenerfahrung. Quote als Basis, Schadenexzedent je Risiko für den Einzelfall, in der Anlaufphase ein aggregierter Stop-Loss. Back-to-back-Wording ist Voraussetzung, nicht Verhandlungsposition.
Im Fachbeitrag vertiefenBehandlungsnetzwerk
Tiefe statt Breite: wenige Zentren mit nachgewiesener Fähigkeit in den gedeckten Indikationsgruppen, Episodenpreise statt Einzelleistungsabrechnung, Zweitmeinung als Tor, verlässliche Zahlung als Vertrauensgrundlage der Zentren.
Im Fachbeitrag vertiefenBerichtswesen
Ein Severe-Illness-Bestand ist in den ersten beiden Jahren statistisch fast unsichtbar. Gesteuert wird über Frühindikatoren: Inzidenz je 1.000 Leben gegen die Preisannahme, Meldepipeline, Netzdurchdringung, Aufwand je Episode, Mischung der Neuzugänge.
Im Fachbeitrag vertiefenFür wen diese Seite gedacht ist
- Rückversicherer, die ein Programm zeichnen und eine belastbare Produkt- und Netzwerkarchitektur beurteilen wollen.
- Risikoträger und MGAs, die Severe Illness in einem neuen Markt aufsetzen oder ein bestehendes Programm nachschärfen.
- Vertriebspartner und Employee-Benefits-Broker, die den Einstieg im Kollektivgeschäft planen.
- Ministerien, Staatsfonds und Investoren in Emerging Markets, die Versorgungslücken über ein Programm schliessen wollen.
Die drei Beiträge im Zusammenhang
Fachbeiträge der Reihe
Severe-Illness-Programme: die drei tragenden Säulen
Was Rückversicherer, Behandlungsnetzwerk und Berichtswesen leisten müssen, damit ein Programm trägt — inklusive Zeitachse und der acht Fehler, an denen Programme scheitern.
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